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Mongolei – Nutztiere der Nomaden

In der Mongolei sind ein Großteil der Bevölkerung Nomaden. Auf die knapp 3 Millionen Einwohner kommen 25 Millionen Nutztiere, darunter Pferde, Schafe, Ziegen, Kamele und Rinder, sowie Yaks, mit denen sie etwa vier Mal im Jahr von einem Weideland zum anderen ziehen. Dabei legen sie innerhalb des rund 1.5 Millionen km² großen Landes weite Strecken zurück.

Anpassung

Die Natur macht das Leben in der Mongolei nicht einfach. Der Boden ist kaum zum Ackerbau geeignet, die Landschaft ist karg, im Winter sinken die Temperaturen auf bis zu minus 50°C und im Sommer wird es sehr warm. Besonders gut angepasst sind die Yaks, die mongolischen Rinder. Sie haben sehr dichtes und langes Fell, kaum Schweißdrüsen, eine Widerristhöhe von 1,50–2 m und werden bis zu 600 kg schwer. Dennoch sind sie gute Kletterer, da ihre Hufen an der Außenseite hart und innen sehr weich sind und ihre gewaltige Körpermasse gut abfangen. Damit schaffen die Yaks Steigungen von 75% und können auf den hoch liegenden Gebirgsweiden auf Nahrungssuche gehen. Auch an die Höhenluft sind sie dank ihrer voluminösen, dichten Luftröhre und damit beschleunigter Atemfrequenz bestens angepasst.
Gut angepasst sind auch die knapp 0,5 Millionen Kamele, die sich von dornigen und salzhaltigen Pflanzen wie Saxaul ernähren. Energie speichern sie in Form von Fett in ihren beiden Höckern und sie kommen lange Zeit ohne Wasser aus. Dies liegt zum einen daran, dass sie Kot und Urin in sehr konzentrierter Form ausscheiden und zum anderen, dass auch ein hoher Wasserverlust bei ihnen noch keinen Schaden anrichtet.
Im Winter finden alle Nutztiere Nahrung, in dem sie die Schneeschicht mit den Hufen wegscharren und Grasnarben freilegen. Dennoch ist es wichtig für sie, im Sommer fast durchgehend zu weiden, um sich genügend Reserven anzufressen.
Steht ein sehr harter Winter an, Dsud genannt, müssen die Nomaden vorsorgen. Dann liegt so viel Schnee, dass kein Gras mehr freigelegt werden kann. Deswegen wird schon im Sommer Gras geschnitten und getrocknet, welches im Winter an die Tiere verfüttert wird. Um die Tiere warm zu halten wird außerdem Churdschun hergestellt, Blöcke aus getrocknetem Schafs- und Ziegenmist. Als Mauer gestapelt schützt es besonders vor dem eisigen Wind. Die brennbaren Blöcke können aber auch als Heizmaterial verwendet werden.

Tierhaltung

In der Mongolei leben etwa 2,5 Millionen Pferde; mit einem Stockmaß von nur 1,40 m sind sie gerade so groß wie ein Pony. Da sie ausschließlich auf Naturboden laufen, sind keine Hufeisen nötig. Um sie am Weglaufen zu hindern werden Pferden Hobbeln angelegt, Fußfesseln, mit denen die Vorderbeine zusammen gebunden werden. Einige Pferde lernen aber auch mit diesen Hobbeln zu hüpfen, wobei sie schnell voran kommen, in diesem Fall wird noch ein Hinterbein dazu gebunden. Vorteil der Hobbeln ist, dass die Tiere nicht angebunden werden müssen und somit einen größeren Radius zum Weiden nutzen können.
Ziegen hingegen werden nicht angebunden, sie dürfen selbstständig auf Nahrungssuche gehen. Abends kommen sie wieder um die Zicklein zu säugen, die zu Hause bleiben.

Nutzung der Tiere

Ihre Haustiere nutzen die Nomaden zu unterschiedlichen Zwecken. In erster Linie dienen sie als Nahrungsquelle, die mongolische Küche ist sehr fleischhaltig. Hammelfleisch steht im Zentrum der Küche, Schafsfleisch hat einen sehr intensiven und strengen Geschmack. Auch bei Kamelmilch sollten Europäer vorsichtig sein. Wenn man nicht daran gewöhnt ist, kann sie abführend wirken. Das Fett der Kamelhöcker wird zum Kochen verwendet. Eine besondere Delikatesse, Airag, stellt man aus der vergorenen Milch von Pferden her. Die Milch von Yaks ist dafür sehr viel fetthaltiger.
Desweiteren wird die Wolle der Tiere verwendet. Das dichte Winterfell verlieren die Kamele im Sommer, es hängt dann in großen Fetzen von ihnen herab. Ein traditioneller Mantel, Deel genannt, ist innen mit mehreren Schafsfellen ausgekleidet. Während Schafe geschoren werden, wird Ziegenhaar mühevoll ausgekämmt. Die daraus gewonnene Kaschmirwolle ist heutzutage ein wichtiges Exportprodukt. Dies hat den Nachteil, dass verhältnismäßig viele Ziegen gehalten werden und somit das Nahrungsangebot knapper wird, denn im Gegensatz zu Schafen, welche das Gras nur abfressen, reißen Ziegen es mit der gesamten Wurzel aus.
Auch das Pferdehaar wird verwendet, aus Mähne und Schweif werden Seile hergestellt.
Die Pferde selber dienen als Reittiere und helfen so beim Zusammentreiben vom Vieh. Kamele und Yaks sind gute Lasttiere. Sie transportieren während der Wanderung das Hab und Gut der Nomaden.