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Das Naadam-Fest

Das Naadam-Fest ist ein jährlich stattfindendes Nationalfest in der Mongolei. Zur Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung des Landes am 11.07.1921 findet das Fest jährlich in der Zeit vom 10. bis 13. Juli statt. Am 11. Juli findet die Eröffnungszeremonie, sowie am 12. Juli die Schlusszeremonie statt.
Der Ursprung des Festes liegt wohl im Mittelalter, als die sogenannten Kuriltai-Klantreffen stattfanden. Bei diesen Treffen wurden früher Feldzüge geplant und militärische Führer wie beispielsweise Dschingis Khan berufen. Vor dem Tag der Unabhängigkeitserklärung fand das Fest nie zu bestimmten Terminen statt, sondern wenn sich die Möglichkeit hierfür ergab. Während des Festes malen sich die Mongolen ihre Nationalflagge oder auch eine kleine Landkarte ihres Landes in den Nationalfarben ins Gesicht.

Wie bei den olympischen Spielen handelt es sich auch beim Naadam-Fest hauptsächlich um Sportveranstaltung. Die Vielzahl der olympischen Spiele wird hier zwar nicht im Ansatz erreicht, doch die Tradition lässt die Mongolen in den Wettkämpfen Ringkampf, Bogenschießen und Pferderennen gegeneinander antreten. Weitere Meisterschaften werden in Nebenwettbewerben mit Schafsknöcheln ausgetragen.

Während bei den Disziplinen Pferderennen und Bogenschießen auch Frauen teilnehmen dürfen, ist dies bei den Ringkämpfen nicht gestattet. Ein Ringerdress, welches die Brust bei den Kämpfen nicht bedeckt, soll die Frauen der Sage nach hiervon fernhalten.

Ringkampf

Der Ringwettkampf ist lediglich den Männern vorbehalten und hat eine Dauer von zwei Tagen. Hierbei treten in KO-Runden 512 oder 1024 Teilnehmer gegeneinander an und kämpfen um den Sieg. Bereits das Betreten des Ringes erweist sich als wahres Spektakel. Die Teilnehmer ahmen den Flug eines großen Adlers nach und breiten ihre Arme so weit wie möglich aus und bewegen mehrmals den Kopf auf und ab. Bekleidet sind sie mit einer sehr knappen und reißfesten Hose, sowie einer Jacke mit Öffnung in Brusthöhe, um die Teilnahme einer Frau an diesen Wettkämpfen ausschließen zu können. Eine Legende besagt, dass ein Ringer früherer Zeit jeden Kampf gegen bekannte Kämpfer für sich entscheiden konnte und sich im Nachhinein herausstellte, dass es sich hierbei um eine Frau gehandelt haben soll. Die Wichtigkeit des Festes für das mongolische Volk bewiesen bereits mehrmals die Ringkämpfe. Ein Ringkampf ist erst beendet, sobald ein Kämpfer den Boden mit einem anderen Körperteil als den Füßen berührt. Da ein Kampf keinerlei zeitliche Befristung hat, kann dieser unter Umständen mehrere Stunden dauern. Sowohl private als auch staatliche Termine mussten in diesem Fall bereits mehrmals verschoben werden.

Bogenschießen

Anders als beim Ringkampf dürfen bei diesem Wettkampf auch Frauen und Kinder teilnehmen. Das Bogenschießen ist im Gegensatz zum Ringkampf bzw. Pferderennen nicht mehr sehr populär und wird bei kleineren Veranstaltungen auch nicht mehr ausgetragen. Anders als üblich werden beim Naadam-Fest nicht auf Zielscheiben, sondern sich auf dem Boden befindliche Gegenstände aus Leder geschossen. Geschossen wird mit einem herkömmlichen Bogen und Holzpfeilen mit einer abgerundeten Spitze. Die Distanz der Gegenstände zum Schützen ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Ein Kampfrichter ist neben den Ledergegenständen positioniert und bewertet das Ergebnis eines Schusses, indem er auf bestimmte Art und Weise beginnt zu hüpfen. Eine Besonderheit ergibt sich bei diesem Wettkampf dadurch, dass in der Theorie alle Teilnehmer den Wettbewerb gewinnen können. Im Jahr 1919 wurden von insgesamt 122 Teilnehmern einer Erzählung nach 120 Gewinner ermittelt. Diese 120 Teilnehmer trafen alle vorgegeben Ziele und mussten sich somit den Titel im Bogenschießen teilen.

Pferderennen

Das Pferderennen ist mitunter der wichtigste Teil des Volksfestes. Es treten Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren auf Pferden im Alter von zwei bis sechs Jahren gegeneinander an. Je nach Alter des Pferdes bzw. des Teilnehmers liegt die Renndistanz zwischen 12 und 35 Kilometern. Eine Besonderheit hierbei ist, dass vor Beginn des Rennens, die Teilnehmer zunächst in einem schnellen Trab- oder langsamen Galoppritt vom Ziel zum Start reiten müssen. Um das Rennen besser verfolgen zu können, sind auch die meisten Zuschauer nicht zu Fuß, sondern zu Pferde unterwegs. Die Brisanz des Rennens wird dadurch verdeutlicht, dass es bereits zu mehreren Todesfällen kam. Ein auf der Strecke verstorbenes Pferd wird demnach von einem Bulldozer weggeschafft. Eine Auszeichnung erhalten die ersten fünf Pferde, die die Ziellinie überqueren. Die Auszeichnungen gebühren allerdings viel mehr dem Züchter bzw. dem Pferd, als dem teilnehmenden Reiter.